Anlässlich des 74. Todestages von Rudolf Breitscheid erinnerte die Thüringer SPD auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Landesvereinigung Thüringen des Bundes der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) an einen großen Sozialdemokraten der Weimarer Republik, der am 24. August 1944 durch einen amerikanischen Luftangriff auf das KZ Buchenwald um Leben gekommen war.

Angesichts des wachsenden Rechtspopulismus in unserer Gesellschaft hält der SPD-Landesvorsitzende Wolfgang Tiefensee zur aktiven Erinnerungsarbeit an: „Gerade heute ist es wichtiger denn je, das Gedenken an Schicksale wie jenes von Rudolf Breitscheid wach zu halten. Um der Verantwortung aus der deutschen Geschichte und den leidvollen Erfahrungen der nationalsozialistischen Barbarei gerecht zu werden, müssen wir die Erinnerung wach halten – durch Gedenkstätten, durch historische und politische Bildungsarbeit, aber auch durch sichtbare Projekte wie beispielsweise Gunter Demnigs ‚Stolpersteine‘.“

Hintergrund:

Rudolf Breitscheid war lange Jahre Reichstagsabgeordneter, Vorsitzender der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion und einer der anerkanntesten Außenpolitiker der Weimarer Republik. Er gehörte u.a. der deutschen Delegation beim Völkerbund an. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten flüchtete er über die Schweiz nach Frankreich. Aus dem Exil heraus versuchte er in den 1930er Jahren eine Volksfront gegen die Hitlerdiktatur in Deutschland ins Leben zu rufen. 1942 wurde er im französischen Exil gefangen genommen und gemeinsam mit seiner Frau im KZ Sachsenhausen inhaftiert. 1943 wurden beide ins KZ Buchenwald überführt, wo Breitscheid am 24. August 1944 durch einen amerikanischen Luftangriff ums Leben kam.