Die SPD Thüringen hat auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz Jakob von Weizsäcker erneut zum Spitzenkandidat für die Europawahl 2019 gewählt.

Der 48-jährige Wirtschafts- und Finanzexperte erhielt 83 Prozent der Delegiertenstimmen. Auf den Gegenkandidat Danny Oberender aus Sonneberg entfielen 13 Prozent. Weizsäcker gehört seit vier Jahren dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung im Europäischen Parlament an und beschäftigt sich vor allem mit der stärkeren Regulierung des Finanzsystems und der Stabilisierung des Euros.

Weizsäcker machte in seiner Bewerbungsrede deutlich, dass die bevorstehende Europawahl eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union sein wird:

„Die Europäische Union steckt momentan in der schwierigsten Phasen seit ihrer Gründung. Die solidarische Bewältigung der Flüchtlingskrise und die Stabilisierung des Euro müssen wir endlich hinbekommen. Nur dann hat Europa die innere Stärke, um gemeinsam die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen. Kein Land alleine kann den globalen Kapitalismus zur sozialen Marktwirtschaft zähmen. Kein Land alleine kann sich schützen in einer Zeit, da die USA mit Trump unzuverlässig geworden sind. Kein Land alleine kann eine gedeihliche Nachbarschaft mit Russland oder eine gute und tragfähige Partnerschaft mit China und Indien erfolgreich gestalten. Keinem Land alleine werden Klimaschutz und Energiewende gelingen, und kein Land allein kann die menschliche Ausgestaltung der digitalen Revolution schaffen. Keines dieser Probleme kann der Nationalstaat lösen. Die Devise der Rechtspopulisten „Zurück zum Nationalstaat“ ist ein gefährlicher Irrtum. Die SPD tritt als überzeugte Europapartei für die Fortsetzung des europäischen Integrationsprozesses ein und wird dem Rechtspopulismus überall in Europa entschieden entgegen treten“, unterstreicht von Weizsäcker.