Tiefensee: Platzierung der Thüringer Spitzenkandidatin enttäuschend. Die Chance für ein starkes proeuropäisches Signal in den Osten wurde vertan.

Zur Aufstellung der Europaliste durch die Delegiertenkonferenz am heutigen Sonntag sagt Wolfgang Tiefensee, Landesvorsitzender der SPD Thüringen:

“Ein bitterer Tag für ostdeutsche Landesverbände, die Reihung auf der Europaliste ist eine große Enttäuschung auch für Thüringen. Nach knapp 30 Jahren der Einheit Deutschlands und der Vereinigung der ostdeutschen SDP mit der SPD findet in unserer Partei die besondere Situation der ostdeutschen SPD ganz offensichtlich zu wenig Berücksichtigung: Listenreihungen nach der Anzahl der Parteimitglieder in den Landesverbänden vorzunehmen, benachteiligt von vornherein den Osten. Durch die Neugründung unserer Partei 1989 ist die Anzahl der Mitglieder zwangsläufig niedriger als in gestandenen westdeutschen Verbänden. Darüber hinaus wäre eine besondere Unterstützung durch die Gesamtpartei notwendig gewesen, um ein deutliches proeuropäisches Signal bei der Europawahl und bei den Landtagswahlen in den Osten zu senden”, so Tiefensee. Die große Herausforderung bestünde ja darin, der in Ostdeutschland besonders starken, antieuropäischen AfD Paroli zu bieten und deren Wählerschaft zurückzugewinnen.

“Es ist bitter zu erleben, dass trotz intensivem Werben für Ostdeutschland im Vorfeld der Delegiertenkonferenz keine Korrektur der Liste zum Positiven möglich war”, sagte Wolfgang Tiefensee.

Babette Winter: “Ich bin zutiefst enttäuscht über die Tatsache, dass es trotz aller Bemühungen und guter Argumente keine Chance gab, den ostdeutschen Landesverbänden bessere Platzierungen zu ermöglichen. Ein Lichtblick ist, dass vom Parteivorstand die Zusage für den Fall meines Nichteinzugs ins Europäische Parlament gegeben wurde, auch weiterhin ein Europabüro in Thüringen zu erhalten.”

Die SPD Thüringen werde sich dennoch nicht entmutigen lassen und gemeinsam mit ihrer hervorragenden Spitzenkandidatin beherzt und engagiert für ein gutes Ergebnis bei der Europawahl im Mai 2019 kämpfen. “Wir brauchen starke demokratische Kräfte im Europaparlament, wir brauchen starke Stimmen für ein einiges, handlungsfähiges Europa, wir brauchen eine starke Sozialdemokratie in Brüssel”, sind sich Babette Winter und Wolfgang Tiefensee einig.