Zum „Tag der Arbeit“ spricht sich der SPD-Landesvorsitzende Wolfgang Tiefensee für die Stärkung der betrieblichen Mitbestimmung und der Gewerkschaften aus.

„Wir erleben dieser Tage viel zu oft, dass das Vertrauen zwischen Arbeitgebern und der Arbeitnehmerschaft zerstört wird: Beschäftigte sind verunsichert, weil ihre Zukunft im Ungewissen bleibt, Beschäftigte werden massiv unter Druck gesetzt, um Lohnverzichte zu erpressen und gleichzeitig die Renditen für Aktionäre zu erhöhen. 

Einige Beispiele: Siemens plant den Verkauf des Erfurter Werkes, obwohl hier das hochanerkannte Kompetenzzentrum für Generatoren entstanden ist. PSA und Opel stellen tarifliche Vereinbarungen und die Auslastung des Werkes Eisenach in Frage. Die CELENUS Klinik in Bad Langensalza verweigert den Beschäftigten faire Löhne und setzt die, die sich für ihre Interessen einsetzen, gezielt unter Druck. Das reicht hier sogar bis zu Abmahnungen und fristlosen Kündigungen gegenüber streikenden Beschäftigten.

Das ist inakzeptabel und kann so nicht hingenommen werden. Als Landesvorsitzender solidarisiere ich mich mit den Beschäftigten und sage alle Unterstützung zu, um Lösungen in den Konflikten zu finden.

Ich sehe demgegenüber ein Vielzahl von Unternehmen, in denen die Arbeitgeber vorbildlich agieren. Sie sollten Maßstab sein für diejenigen, die auf Konfrontationskurs zu Gewerkschaften, Betriebsräten und Beschäftigten gehen. 

Wer an einem der Grundpfeiler unserer starken Wirtschaft rüttelt, nämlich am sozialen Frieden und an einer funktionierenden Sozialpartnerschaft in unserem Land, schadet nicht nur den Beschäftigten. Er gefährdet auch die eigene Unternehmensentwicklung. Diverse Studien belegen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit der Beschäftigten einerseits und der Innovationskraft und dem langfristigen Erfolg von Unternehmen andererseits gibt. 

Daher muss über den ‚Tag der Arbeit‘ hinaus die gemeinsame Zielstellung der Tarifpartner und der Politik lauten: Betriebliche Mitbestimmung schützen, Arbeitnehmervertretungen in den Betrieben fördern, Gewerkschaften stärken. Starke Gewerkschaften und starke Betriebsräte sind die beste Garantie für faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und erfolgreiche Nachwuchsgewinnung. Das gilt in besonderer Weise in Thüringen und den anderen ostdeutschen Bundesländern, nicht zuletzt im Blick auf den immensen Fachkräftebedarf“, macht der SPD-Landesvorsitzende Wolfgang Tiefensee deutlich.