So sind wir | Thüringer Sozialdemokrat:innen im Porträt

Wie so vieles in diesem Jahr, konnte auch dieses Interview nicht vor Ort geführt werden. Wir haben uns stattdessen mit Lisa-Marie Püchler für ein Telefoninterview verabredet, um über ihr Engagement in der SPD Thüringen zu sprechen. 

Lisa-Marie ist für einen Freitagvormittag, mitten im Corona-Winter, ziemlich gut gelaunt und man merkt es sofort: Mit der 20-Jährigen sitzt ein richtiges Energiebündel im Saalfelder Stadtrat. Diesem gehört sie seit 2019 als jüngstes Mitglied an und arbeitet u.a. im Kultur-, Sport- und Sozialausschuss mit. Als sie auf die Idee gekommen ist, für den Stadtrat zu kandidieren, ist sie in der 12. Klasse. Das bedeutete dann: Vormittags für das Geschichtsabitur pauken und nachmittags mit Genoss:innen Flyer für ihren Wahlkampf verteilen. 

Viele ihrer Schulfreund:innen überlegten in dieser Zeit, wie sie am schnellsten aus der Kleinstadt wegkommen, für Lisa-Marie war jedoch klar: „Ich bleibe hier! Wie soll der ländliche Raum denn attraktiver werden, wenn alle jungen Menschen nach Jena, Leipzig oder sogar noch weiter wegziehen?“ Deshalb pendelt Lisa-Marie für ihr Studium der Erziehungs- und Sozialwissenschaften zwar nach Erfurt, wohnt aber noch in Saalfeld und engagiert sich auch vor Ort. Erst im Jugendparlament der Stadt und im Jugendforum, jetzt in der SPD Saalfeld und als Kreisvorsitzende der wiedergegründeten Jusos Saalfeld. Im Kommunalwahlkampf 2019 hat sie den zweiten Listenplatz bekommen und eine Menge Unterstützung erfahren. 

Sowieso sei fernab der Thüringer Städtekette die politische Arbeit in gewisser Weise unkomplizierter, auch wenn es natürlich weniger Mitglieder in den Ortsvereinen gibt. Man kennt man Jede und Jeden, die Zusammenarbeit funktioniert und man weiß, dass man sich aufeinander verlassen kann. Außerdem ist der Ausblick beim Flyern viel schöner, erzählt uns Lisa-Marie. 

Vor kurzem hat sie auch ihren ersten eigenen Antrag in den Stadtrat eingebracht: Saalfeld soll ein sicherer Hafen werden und sich damit bereit erklären, Geflüchtete von den griechischen Inseln aufzunehmen. Der Antrag ist zwar nur in geänderter Form angenommen wurden, aber politische Kompromisse gehören halt dazu, das weiß auch Lisa-Marie und klingt trotzdem ein bisschen zufrieden. 

Damit sie auch andere junge Menschen für Politik vor Ort begeistern kann, pflegt sie besonders gerne ihre Social-Media-Kanäle. Diese möchte sie auch nutzen, um Menschen ihren Alltag als Stadträtin zu zeigen und politische Abläufe zu erklären. Besonders gerne nutzt sie dafür die Zeit im Zug von Saalfeld nach Erfurt – wenn es denn mal Internetempfang gibt.

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