Thüringens Wirtschaftsminister und SPD-Chef Wolfgang Tiefensee weist den Vorschlag der Bundesbank nach einem Renteneintrittsalter mit 69 Jahren als realitätsfern zurück: „Das zeigt leider, wie weit weg sich die Leute, die so etwas vorschlagen von der Lebenswirklichkeit der Menschen in unserem Land befinden.“ Tiefensee hält dagegen die Grundrente für die derzeit wichtigste rentenpolitische Aufgabe, vor allem um Altersarmut gerade Ostdeutschland zu verhindern. „Menschen, die mindestens 35 Jahre lang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben, haben ein Recht darauf, im Alter nicht zum Amt zu müssen, sondern eine Grundrente zu erhalten, die zu einem vernünftigen Leben reicht. Wer Forderungen nach einem späteren Renteneintrittsalter stellt, hat offensichtlich niemals körperlich oder unter hohem psychischen Druck gearbeitet, denn eine solche Forderungen passt nicht in die heutige Arbeitswelt, die immer höhere Ansprüche an die Beschäftigten stellt.“

Tiefensee wird sich am morgigen Mittwoch erneut zu Beratungen der Koalitionsarbeitsgruppe zur Grundrente in Berlin befinden und hofft auf eine Einigung: „Die CDU bewegt Schritt für Schritt. Jetzt braucht es einen Durchbruch und beherzte Entscheidungen. Ich hoffe, dass wir uns im Interesse von hunderttausenden Menschen in Deutschland zügig auf eine Grundrente einigen können, die kleinen Renten aufbessert und die wirksam vor Altersarmut schützt.“