So sind wir | Thüringer Sozialdemokrat:innen im Porträt

Wir treffen Moritz Kalthoff am Rande der Landeskonferenz der Jusos in Weimar, er kommt ein paar Stunden später zur Konferenz, weil er vormittags noch seinen Job als Postbote nachgehen muss.

Seit wenigen Wochen ist der 28-Jährige aus Eisenberg nun auch noch Beisitzer im Landesvorstand der SPD Thüringen und kann die Parteipolitik fortan zwischen Minister:innen, Staatssekretär:innen und Bundes- und Landtagsabgeordneten aktiv mitgestalten.

Seine kämpferische Rede vom Parteitag ist vielen von euch wahrscheinlich noch im Gedächtnis. Begonnen hat er sie mit dem berühmten Bebelzitat: „Arbeiter organisiert Euch! Vereinzelt seid Ihr nichts, vereinigt seid Ihr alles!“ Moritz möchte in den nächsten zwei Jahren richtig anpacken und erzählt uns ganz ohne Pathos, dass die SPD wieder die Partei der Arbeiterinnen und Arbeiter werden muss.

Wie kann das besser klappen wenn auch einer von Ihnen in der Partei Verantwortung übernimmt? Moritz möchte nicht aus Selbstzweck diese Verantwortung in der Partei übernehmen, sondern macht während unseres Gesprächs immer wieder deutlich, dass er „die Stimme für diejenigen sein möchte, die selber keine Stimme haben.“

Im Saale-Holzland-Kreis ist er als Postbote unterwegs, kommt dadurch schon von Berufs wegen mit den Menschen ins Gespräch und erfährt dadurch schnell was in der Region schiefläuft. Diese Begegnungen will er in seine politische Arbeit einfließen lassen.

Kurz nach seiner Wahl kam er beispielsweise mit Landwirten der örtlichen Agrargenossenschaft ins Gespräch, die ihm ihr Leid klagten, dass sie ihre Schweine nicht schlachten können und das Fleisch viel zu billig verkaufen müssen, weil die Schlachtkapazitäten nicht ausreichen. Ein Thema mit dem sich Moritz vorher noch nie beschäftig hatte, dennoch brachte er die Sorgen der Landwirte gleich mit in die erste Landesvorstandssitzung.

So soll es auch nächstes Jahr im Wahlkampf weitergehen, wenn er wieder im Saale-Holzland-Kreis als Direktkandidat für den Landtag antreten möchte. Wenn man sich mit Moritz unterhält merkt man schnell, dass er ein wirkliches Interesse an den Menschen hat und ihnen zuhört. Wie geht er mit Menschen um, die sich nur beschweren und meckern? Da findet Moritz klare Worte: „Euer Postbote ist jetzt im Landesvorstand der SPD. Dann müsst Ihr einfach die Gusche aufkriegen und sagen was hier los ist. Ansonsten gibt es keine Ausrede mehr!“

Moritz muss wieder rein zu den Jusos – zieht nochmal an seiner Zigarette und trinkt hastig den letzten Schluck aus seinem Kaffeebecher – gleich ist er mit einem Redebeitrag dran.

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