Laut jüngster Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ist Thüringen eines der Schlusslichter im bundesweiten Gehaltsvergleich. Der SPD-Landesvorsitzende Wolfgang Tiefensee kommentiert: „Die 90er Jahre wirken mit der Rede von einem Billiglohnland noch heute nach. Thüringen verzeichnet zuletzt einen hohen Lohnanstieg, der allerdings von einem alarmierend niedrigen Niveau ausging. Die Lohnschere zwischen Ost- und Westdeutschland muss aber geschlossen werden.“

Der SPD-Politiker appelliert: „Die Löhne sind Angelegenheit der Sozialpartner, das ist ein hohes Gut in Deutschland. Aufgabe der Politik ist es, die Zuständigen an ihre Verantwortung zu erinnern: Wir fordern eine gute Bezahlung für gute Arbeit! Die Arbeitgeber sind angehalten, in die Tarifbindung zu gehen und Betriebsräte zu befördern. Das hilft auch beim Gewinnen und Halten von Fachkräften.“ Selbstverständlich setze das Land beispielweise über seine Förderpolitik und die Schaffung guter Rahmenbedingungen für Ansiedlungen und Investitionen zusätzliche Anreize für gute Arbeit, betonte Tiefensee.

„Eine gute Entlohnung sorgt nicht zuletzt langfristig gegen Altersarmut vor. Armut im Alter zu verhindern ist aus meiner Sicht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Auch die Unternehmen sind hier gefordert“, so der SPD-Landesvorsitzende.

Hintergrund:
Im Zeitraum von 2010 bis 2017 verzeichnete Thüringen mit 26,8 Prozent den höchsten Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter unter allen Bundesländern. Jüngste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen starke regionale Differenzen in der bundesweiten Gehaltssituation. Ostdeutschland liegt in der Vollzeitbeschäftigung im Durchschnitt mit 2.600 Euro hinter Westdeutschland (3.339 Euro) zurück. Die Schlusslichter im Bundesvergleich sind neben Thüringen (2.459 Euro) auch Sachsen (2.479 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (2.391 Euro).

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