Zum erfolgten Kauf der Anteile an der Geraer Wohnungsgesellschaft GWB Elstertal von einem britischen Investor äußert sich SPD-Chef Wolfgang Tiefensee kritisch zur ursprünglichen Veräußerung der Wohnungsgesellschaft durch den damaligen Insolvenzverwalter: „Es darf in Thüringen nie wieder passieren, dass öffentliches Eigentum an Finanzinvestoren verscherbelt wird.“ Der jetzt durch das Land unterstützte Rückkauf sollte für alle die Lehre sein, dass die öffentliche Daseinsvorsorge auch in öffentliche Hand gehört. Preistreiberei und Ungerechtigkeit werde damit ein Riegel vorgeschoben. „Ich habe in Thüringen einige private Wohnungsunternehmen kennengelernt, die ihrer sozialen Verantwortung vorbildlich gerecht werden. Aber es gibt in Deutschland zu viele schwarze Schafe. Ihrem ausschließlich auf Renditemaximierung ausgerichtetem Geschäft muss ein Riegel vorgeschoben werden. Ein fairer Wohnungsmarkt existiert dort, wo es große Anteile von kommunalen Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften gibt. Wohnen ist ein Menschenrecht und kein Spekulationsobjekt“, so Tiefensee.

Die jetzt erworbenen Anteile an der GWB Elstertal sieht Tiefensee langfristig wieder bei der Stadt Gera: „Gera hat in den letzten Jahren trotz aller Unkenrufe eine positive Entwicklung genommen und ist eine Stadt mit Zukunft. Ich bin optimistisch, dass Gera in absehbarer Zeit auch finanziell wieder auf eigenen Füßen stehen wird und die Wohnungsgesellschaft auch langfristig wieder in kommunaler Hand liegt“, so Tiefensee abschließend.

Im Zusammenhang warb Tiefensee auch noch einmal für seinen Vorschlag, dass der Freistaat Thüringen als Pilot den Bau von Mietkaufwohnungen vorantreibt. Tiefensee hatte den Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aufgegriffen und will in der nächsten Wahlperiode insbesondere in den besonders angespannten Wohnungsmärkten in Erfurt, Jena und Weimar mit dem Bau von je 500 Mietkaufwohnungen Wohnraum schaffen, der langfristig von Familien mit Kindern ohne Eigenkapital über das Mietkaufmodell erworben wird. Der Bau der Wohnungen soll aus dem Thüringer Wohnungsbauvermögen gefördert und von der Landesentwicklungsgesellschaft vorangetrieben werden.